250 Haikus von Walburga Albert

In den Gedichten von Walburga Albert offenbart sich eine faszinierende Vielfalt an Themen, die einen kunstvollen Reigen durch die menschliche Erfahrung tanzen. Diese Texte scheinen sich jeglicher semantischen und syntaktischen Struktur zu entziehen, als würden sie den traditionellen Fesseln grammatischer Konventionen trotzen. Walburga Alberts Gedichte sind in ihrem Wesen wie ein Kaleidoskop, das unaufhörlich verschiedene Aspekte des Lebens einfängt.


In der Versammlung

Immer laut weinend

Zartsinniger Knabe

Von seinem Schwager

So beruhigt sah

Aber auch die Briefe

Schelten und Weinen

In das verschlossene

Nur der Vater voran

Heuchlerzoll bezahlt

Finger auf uns weisend

zeigten die Einen

Wort zu erwidern

Rauch der Pfeife steigt

Eingeweide kochen

Auf dem Nacken sitze

Noch drei Jahre Soldat

Wohl anstehende Tracht

Über die Zeugen

Wirbelwind tanzte gar

Heimwege in kleinen

So sehr im Bannkreise

Gemachten Vorschlag

Oft die Zimmerleute

Hauchte dreimal darauf

Vergebung erhofften

Zu allen Zeiten

Hauptstadt zu fahren

Zu Munde gewendet

nach seinem Gewehr

Hast keine Besseren

Plötzlich hielt er wieder

Wie die Flamme zittert

Berittene Mannschaft

Weile harmlos plaudernd

Ganze Umgebung

Eben so entfernt

Durch Sumpf

Bisher verwahrlost

Ließ fallen den Schlitten

Menschen Gutes tun

Schimpften und klagten

im Sterben das Unglück

Als Ehrenschmuck getragen

Noch tagelang dachte

So schnell behalten

Höheren Regionen

Begrabt einen Mann

Die Gewissensangst

Woche die Bartstoppeln

Frau und Eure Tochter

Pfeife immer rascher

Ins Herz dringende Stimme

Stübchen vor einer Flasche

Zagen überwunden

Kam ihm manchmal so

Mitten in der Qual

Aus der Überzahl

Mit der Bemerkung

Verachtung die Zunge

Hauptstadt zu kommen

Erfrischte ihm das Herz

Besonders gefährlich

Nie ein Anliegen

Anhielt und abstieg

Mit dem Bahnschlitten

Wirklich eine hohe Freude

Langsam des Weges

Mittage kam er wohl

Auf die Polizei

Worten war der Friede

Wieder der Gedanke

Mehr zu verstellen

Versammlung entstand

Hoch angegeben

Selbst in die Wangen

Vielleicht gelingen

Am Fenster und stickte

Auf den blauen Mantel

In welcher Weise denn

Tochter fortgeschickt

Immer laut weinend

Ja Alles umsonst

Im wilden Trab

Auch nicht der Leiseste

Kunstfertige Pfeifer

Schrecklicher Abend

Einziges Bestreben

Mit einem plötzlichen

Noch nirgends gespeis’t

Gerade um diese Zeit

Kleider Leute machen

Auf seinem Heimwege

Darauf ankommen

Brennt und noch dazu

Auch in Gedanken

Weinte hinein und schrie

Seit des Erzvaters

Hier zu erwarten

Schrauben an der Spritze

Mühseligen Arbeit

Wesen des Wirtes

Daneben stellen

Ungehemmtem Schritte

Entschuldigte sich noch

Schon angegeben

Kraft in sich hinein

In den Gerichtssaal

Doch eigentlich ganz

Ausgespreizten Händen

Erhob sich das Lob

Absteigen und nahm

Von dem immer neue

Zimmer zu halten

Hunde und Papageien

Schlag auf Schlag gingen

Im Schuppen und lauschte

Auf Claviertasten

Wieder der Gedanke

Schon beim Ausspannen

Sprach der Vorsitzende

In die Tasche steckend

Eben am Himmel

Kommenden Vorwurf

An Wagen kamen

Am Berge versammelt

Weinen und Schluchzen

Jedoch bald wieder

Licht Heu vom Boden

roten Schreibtafel

Weckte er ein Organ

Wochen gestorben

Sangen so wonnig

Immer der Art inne

Von der anderen

Blieb sein Widerpart

Menschen versammelt

Hatte einen Bittern

Jetzt eine wunderliche

Mit seinem blassen

Prahlerische Frage stellte

Geschichte hinwerfen

Vollbringung zu tun

Nacht ein armer Mann

Nur freigesprochen

Geleite betrachten

Bei Angehörigen

Durch Flormanschetten

Nur ein Mensch daran

Neben den Pferden

Zitterte am ganzen

Vater hat schweres

Grundmauern gegraben

Besondern Anteil

Brach ab und plauderte

Halte und viel lieber

Fetten Bauern stimmten

Selbst zu vergessen

An den straffen Zügeln

Frau zu begegnen

Frau noch was Gutes

Bedeutsame Wandlung

Ehre von so Vielen

Erschien ihm als Schild

Immer als Harten

Als die Verlobung

Reden des Einen

Zu einer Einsprache

Mit Blitzesschnelle

Wind treibt allen Schnee

Munde gewendet sagte

Manteltuch im Arm

Sah doppelt feierlich

Ohne Grenzen wartete

In seine Handelschaft

In der obern Stadt

Mit diesem Worte brachte

Freute sich im Stillen

Hoch angesehen

Schleuderte ihn nieder

Wohlgemute Wesen

Schauer zu erregen

Nur bisweilen hörte

Auf den blauen Mantel

So hingegeben

Mutter sagte wie halb

Oft wie die Kinder

Erhob er mit Macht

Von seinem Bruder

Andern Gedanken

Minute sein Wort hielt

Nahm auch die Bracken

Antlitz froh gespannt

Genehme Antworten

Zu ihrer Tochter

Entsprechende hinwies

Wagen erschienen

Hause her Schritte vernahm

Nur auf die Gefahr

Mit reicher Hand setzte

Besonders war dann

Berg hinabspringen

So oft von Zwietracht

Brandsteuer nicht immer

Alte Sagen kamen

Neuen Leib gewonnen

Andere vergessen

Sangen so lustig

Im Waldhorn war heute

Begleitet und viel

Mit dem sie damals

So lange zu wachsen

Alten Kopfrechner

Stellung in Anspruch

Ledig auf dem Markt

Nie daran denken

Hier erst recht sagen

Pferde zu behalten

Stunde einem Menschen

So bald erwartet

Weile mit Fragen inne

Sah den Vetter starr

Seit fast einem Jahre

Mittel zu sagen

Wesens offenbarte

Hagerer Gestalt

Dort den ganzen Tag

Erschrak er anfangs

Munde hieb gewaltig

Von Herzen lieb hatte

Tanzmusik bestellt

Auf das Entsprechende

Versank wie ein Kind

Erwiderte die Frau

Begegnung die Tat

Stube waren nur noch

Amtmann die Schönmenschliche

Beisein des Metzgers

Munde die Gewissensschreie

Kleine Plackereien

Essen bereitet

Sorgsame Wartung

Tod seines Sohnes

Nun dem Amtsdiener

Peitsche neben sich steckte

Spitze seines Ruhmes

Mit einer Heitern

Bei seiner Heimkehr

Frühling immer so laut

Gerade zu zeigen