Beruflich in die Welt der Zahlen verstrickt und ansonsten den Fakten der Wirklichkeit streng verpflichtet, fand Isidor von Altenbeken in der Welt der Musik und Kunst schon früh einen wirkmächtigen Gegenpart dazu. Isidor von Altenbeken ist eine Person, die wenig Aufhebens um sich selbst macht, eher nonverbal kommuniziert statt große Reden zu schwingen. Warum sollte er dann im eigenen literarischen Werk lange Gedichte oder Romane verfassen, wenn ein Dreizeiler dasselbe, aber eben nur kürzer und pointierter aussagt? Isidor von Altenbekens Haikus zeichnen sich durch Pointiertheit und Schärfe aus, sie enthalten nichts Überflüssiges oder Erklärendes, aber lassen viel Raum für Interpretation.
Oben und unten
Doch heute ist sich
Er schwankt und redet
Was früher unten
Glumbere verdutzt
Glaubt er doch ganz fest
Er erwartet nicht
Verdutzt schaut er dann
Nicht scheute er der
Lebedame hieß
Nannte sie nicht nur
Beide brachten einst
Kaltblütig waren
Die alten Sagen
Der wind braust herum
Wie ein kleiner zwerg
Dann jault es und singt
edward snowden als
wer darf, wer will ihn
der große bruder
man muss doch wissen
in den achtzigern
es lauschte viel und
manch einer fühlt sich
in münchen erregt
man fragt sich doch auch
lastwagenweise
keiner kann sich ach
am ende des kriegs
besser ists für den
blackberry oder
obst ist beides doch
brombeere oder
griechenland heute
wo sich diana
actaion hätte
erspäht hat er sie
als sie aber ihn
er sah wie sie nackt
eine göttin darf
die strafe oder
diana befahl
diana hetzte
actaion litt und
grausam sind götter
sie vergessen dann
vergessen sind all
der neunte elfte
die tränen flossen
dieses war im jahr
die tränen flossen
dieses war im jahr
die tränen flossen
dieses war im jahr
die tränen flossen
dieses war im jahr
wagner und verdi
opernliebhaber
pasta mit trüffeln
die italiener
klein rund und nussig
die ewige stadt
die anwaltskosten
kuckucksuhr im haus
ach die zeit vergeht
erst sinds die augen
der tag fliegt vorbei
wenn die nacht doch nicht
am nächsten morgen
versunken sind sie
der vesuv brach aus
plinius sollte
doch was er dann schrieb
casinospieler
viele sind ärmer
manche sind reicher
manche trickdiebe
das war mein einsatz
der croupier dann muss
rot wird der eine
der andere wird rot
wieder ein andrer
die damen im saal
abhängig sind sie
entweder rasend
hand am hinterkopf
neunhundertundelf
flach, rundung am po
otto am abend
otto am morgen
quartformat und gelb
vergleichen und sparn
das wünscht sich der greis
die frau erträgt es
rattert und auch schnurrt
ein schleifschen am ohr
nicht mehr mephisto
sklaverei heute
demütig schuftet
wenn der chef mal ruft
erster januar
kaum ist der speck weg
die kilos müssen
der chef verlangt viel
im zweiten des jahrs
immer immer mehr
bald glaubt man sich schon
aberwitzige
doch bleibt das problem
jetzt ohne job, nein
im dritten des jahrs
je mehr die blumen
zwei zentimeter
im vierten des jahrs
der faustische gang
im fünften des jahrs
der feierabend
doch meist kennt jener
das noch und dieses
im sechsten des jahrs
der erste urlaub
doch dann denkt man sich
endlich kann ich jetzt
im siebten des jahrs
jeder atmet auf
nach dem bürotag
im achten des jahrs
eine letzte fahrt
der wind weht ums haupt
im zehnten des jahrs
der maler herbst jetzt
kastanien falln
im elften des jahrs
keiner will diesen
doch schon bald naht jetzt
der advent beginnt
das fest der feste
doch wer denkt noch heut
geschenke sind trumpf
urlaub ist vorbei
rotes abendrot
rund um den globus
hunde und katzen
die katze miaut
strickzeug und nadel
es wird weihnachten
dezembertage
blau gelb rot weiß grün
pelzmantel und muff
en es de a pe
albert und lotte
er schwärmte für sie
lottes kleid entrückt
rotglühend und nass
schwarz rot oder null
dann liegt die kugel
ein lächeln huscht ihm
er ärgert sich nun
beim nächsten mal dann
er verliert alles
das steinerne bild
er entdeckt vieles
er entdeckt vieles
halt und standpunkt fehlt
jussuf und tino
theben statt berlin
frei und autonom
im männergewand
rot der apfel und
blau: der himmel und
grün das gras der stamm
gelb wie der honig
schwarz: das opernkleid
braun: das holz, der pelz
weiß: taufe hochzeit
grau: das haar des herrn
naturtalente
hunger und auch durst
was vermag instinkt?
der menschenverstand
kühnheit braucht der mensch
die gewohnheit ists
die bauernschläue
die anteilnahme
der seufzer im bett
flasche der deutschen
er nuckelt an ihr
man behütet sie
muscheln aus dem meer
die neigung allein
auch die pflicht gebürt`s
restaurantwagen
in der verzweiflung
starke herzklopfen
personalwechsel
stilvoller eindruck
badischer bahnhof
gesprächsthema fehlt
revolverschnauze
alte kommode
deutsche geschichte
der führer grüßt
geschichte der zeit
reisende im zug
leeres gerede
hunde und katzen
reisende brauchen
die inspiration
ich bin viel schneller
der kuss auf das ohr
katzen der nächte
große dinge sind
wir wissen noch nicht
wer immer komme
worte wie unrat
die zeitung meldet
mandela ist tot
nelson mandela
schwarze und weiße
lohnschreiberlinge
unendliche gier
endlich der aufstand
das volk erhebt sich
linksradikale
fades gelächter
die welt geht unter
en es de a pe
groschenromane
lügengeschichten
leben und sterben
deutsches fernsehen
das dschungelcamp
der flaschensammler
deutschland ungerecht
haikus zu schreiben
ehrlichkeit güte
jeder hat seine
ökologische
politiker tun
schnelles erdichten
wohlan ich gehe
kurze gedichte
platz für poesie
wagenburg am rhein
viele geschichten
tautologien
hündische hunde
jagen aus instinkt
hunde und katzen
karina liebt mich
rilke der panther
die frage allein ist
klassik musik jazz
shakespeare und england
braun süß mit mandeln
vier rote kerzen
die ökonomie
ein journalist ist tot
gutschein fürs leben
macht geiz gier liebe
er, über sich selbst
das schwierigste ist
immer wieder da
der stolz auf sich selbst
marionetten
junger dilettant
die universität
wildnis und wüste
pflicht und auch neigung
der zwang, die freiheit
alte giganten
prozess und ruhe
die heldentaten
unauslöschlich
unauslöschlich ist
unauslöschlich bleibt
geschichte der welt
cambridge und oxford
nie zu erreichen
schwer zu erreichen
die körperreise
wandel der zeiten
tagträumer im zoo
ein neues sujet
verrohung der zeit
große einsamkeit
ein mann wie ein huhn
elbe in hamburg
kapitel im buch
reden und reden
musen des apoll
große freundlichkeit
in der aufklärung
schmerzen beim laufen
ekstase und traum
gefühlsreaktion
chancen und grenzen
am ende der zeit
sie sind different
seelenqual im herbst
rehbraune augen
hunde laufen weg
eine katze sitzt
der schnee im winter
allein in berlin
ach bleibe bei mir
das leben verlebt
gemeinsam gehen
so gehen wir los
verlorene würde
was wir nicht wissen
so wird es kommen
wir kamen herüber
angela merkel
margot honnecker
margot honecker
die sonne scheint sanft
begreife dich mensch
zwölf braune jahre
verlogenes trauern
politisch korrekt
alles carmouflage
verlogenes pack
nichts ist vergessen
schwer liegt die sünde
geschichte ruht nicht
überall nazis
ein reich ging unter
bundesrepublik
wir tauschten sie ein
braun wurde zu grau
geschichte mahnt uns
machtvoll ohnmächtig
hart wie eine frau
die großen taten
frauen an die macht
im herbst der regen
grau ist das wetter
weites land bei nacht
der laternenmast
der herrscher schwebt hoch
wer hätte gedacht
so gehen wir nicht
man weiß nicht vorher
sehen heißt fühlen
ewiger frieden
wie einst jesus in
endzeiterwartung
das ende ist nah
blondi komm zu mir
das ende naht schon
wir streiten uns nicht
manischer dichter
tristan isolde
leben als lernen
im herbst der nebel
am ende des seins
ein grauer himmel
pfuhl der begierde
uniformierte plebs
das ende kommt schnell
wo sind die helden
geschlagener held
gräulicher himmel
wir klagen euch an
geliebte senta
mutiger tristan
böses erwachen
die macht der schwäche
ludwig der zweite
an der welt scheitern
ludwigs visionen
ludwig der zweite
ludwig der zweite
wir danken uns selbst
unwirtliche welt
je einen euro
düstere zeiten
die natur zerstört
wir stehen am tor
bänker des todes
schwarzer kontinent
ihre seelen sind
düstere ahnung
vergeltung ist das
die geissens kommen
das bier wird nicht schal
im pauschalurlaub
dummheit ist endlich
woran wir leiden ach
kulturelles nichts
bald gehen wir auch
hunde und katzen
verwunschene zeit
wir kamen voran
gertrud liebte ihn
was wir nicht sehen
das leben der tochter
blaue bäume stehn
wer kann es glauben
wir stehen am fluss
bald wird es frühjahr
im nächtlichen wald
sonne des nordens
spanien im sommer
die blumen im gras
seltsamerweise
man wird vergessen
das leben ein kreis
deutsches kulturgut
wer von euch wagt es
viele freunde doch
bundespräsident
ich sitze im zug
haikus fürs system
masse statt klasse
trefflich zu streiten
ich schreibe altes
drei zeilen fünf silben
kunst produzieren
revolutionszeit
komm schon robbespierre
durch und durch braun ist
niemals vergeben
wenn wir nicht scheitern
sitzen im flugzeug
wenn alles gut läuft
hund katze maus pferd
aufstand der tiere
weiches fell hast du
zwei palmen stehen
das meer erscheint grün
blick in den himmel
blaue blumen sind
rote blumen sind
gelbe blumen sind
blassrosa blumen
grüne blumen sind
cremeweiße blumen
ekliges essen
in baden-baden
weshalb sich ärgern
wir stürmen die bank
fünf jahre krise
das volk wird nicht wach
ich frage mich
spanien am abgrund
du musst dich fragen
die arbeitslosen
volk hör das signal
demokratie ist
kritik ist nötig
die revolution
wenn sie kommt werden
die geheimnisse
werde nicht müde
mit letzter tinte
wir gehen voran
ich bin noch müde
flug mit ryanair
flug mit ryanair
haikus am mittag
schreiben ist sterben
plärrende kinder
ich habe genug
viele hunde sind
twitter und facebook
wie sehen uns bald
die woche urlaub
grüne blumenpracht
regen im winter
weites graues land
gekaufte titel
wulff wäre käuflich
dieser weihnachtskitsch
in all der dummheit
moderne arbeit
der chef hat gesagt
ich mag meinen job
im auto fahren
hunde und katzen
kleiner schwarzer hund
schwarzweiße katzen
man wirft mir oft vor
unsere kanzlerin
was wollen wir sein
im schlaf gefunden
gedanken an dich
du bist die beste
ich liebe nur dich
wie kann man sagen
das wetter wird schlecht
der winter ist kalt
wir sind gekommen
das leben ist kurz
hunde im april
manchmal denke ich
meine frau liest viel
wir lieben das wort
das leben sagt uns